„Strategie zu formulieren reicht nicht mehr. Führung muss Umsetzung möglich machen.“
Ein Gespräch zwischen Eva-Maria Manger-Wiemann, Managing Partnerin bei Cardea und Mitgründerin von Naven und Daniel Müller, Partner & Director bei Mercuri Urval.

"Strategie zu formulieren reicht nicht mehr. Führung muss Umsetzung möglich machen":
Eva: Daniel, du begleitest seit vielen Jahren C-Level-Besetzungen. Was entscheidet darüber, ob eine Führungskraft wirklich wirksam wird?
Daniel: Strategische Erfahrung bleibt wichtig. Entscheidend ist aber, ob eine Führungskraft ihre Organisation zur Umsetzung befähigen kann. Beobachtest du das auch?
Eva: Ja. Unsere aktuelle Cardea-Studie Strategie im Wandel zeigt: Der Engpass liegt vor allem in der Umsetzung. Priorisierung, Alignment, Governance und klare Verantwortlichkeiten sind die Herausforderungen. Zugleich wollen 70 Prozent der Unternehmen Strategiearbeit künftig stärker intern verantworten. Was zeichnet Führungskräfte aus, die Umsetzung voranbringen?
Daniel: Sie verstehen, was in ihrer Organisation tatsächlich passiert. Kennen Mitarbeitende die strategische Richtung und tragen sie diese mit? Oft bremsen viele kleine Dinge: Langsame Entscheidungen, unklare Zuständigkeiten und konkurrierende Prioritäten. Gute Führung erkennt die Ursachen hinter diesen Mustern und setzt dort an. Kann KI dabei helfen?
Eva: Darin sehe ich grosses Potenzial. Laut unserer Studie erwarten 71 Prozent, dass KI künftig eine Rolle in Strategieprozessen spielt. Für Umsetzungssteuerung und Change-Monitoring nutzen sie heute aber erst 13 Prozent. Bisher schufen Gespräche Tiefe, Befragungen Breite. KI-gestützte Dialoge können beides verbinden und wiederkehrende Blockaden sowie unterschiedliche Wahrnehmungen sichtbar machen.
Daniel: Das hilft, Einzelmeinungen von strukturellen Problemen zu unterscheiden.
Eva: Was bedeutet diese zusätzliche Transparenz für Führungskräfte?
Daniel: Sie kann Entscheidungen verbessern, ersetzt sie aber nicht. Bewerten, priorisieren und handeln müssen Führungskräfte selbst. Dafür brauchen sie auch ein Verständnis dafür, wo KI sinnvoll eingesetzt werden kann. Im Executive Search fragen wir deshalb verstärkt: Was hat jemand erreicht – und wie wird diese Person künftig Wirkung erzielen?
Eva: Dein wichtigster Rat für Führungskräfte in einer neuen Rolle?
Daniel: Schaut nicht nur auf die Strategie auf der Folie. Entscheidend ist, was davon bei den Mitarbeitenden ankommt – und welche Ergebnisse daraus entstehen.
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